Arbeitspaket 2: Situationsanalyse –Daten, Methoden, Nährstoffdynamik – Literatur und weitere Unterlagen

Arbeitspaket 2: Situationsanalyse –Daten, Methoden, Nährstoffdynamik – Literatur und weitere Unterlagen

Leitung: Technische Universität München (TUM)

Im Rahmen des Gesamtziels des Projekts, die Nährstoffversorgung im ökologischen Gemüsebau ausgewogen und effizient zur gestalten, hat das Arbeitspaket 2 die Aufgabe, die derzeitige Praxis zu beschreiben und zu bewerten sowie den Stand des Wissens auszuwerten.

Gärtnerische Betriebe sollen in Interviews befragt werden zum Anbau und zu Erträgen, zur Düngungspraxis und zur Nährstoffversorgung im Boden. In einer zusammenfassenden Auswertung soll eine Übersicht erreicht werden zur gängigen Düngungspraxis. Aufgrund des Systems des ökologischen Gemüsebaus wird eine starke Nährstoffdynamik in den Betrieben erwartet. Hier soll eine Bewertung der Effizienz der eingesetzten Dünger erfolgen und Chancen und Einsatzmöglichkeiten für Kalkulations- und Expertenprogramme ermittelt werden. 

Neben betriebliche Daten sollen Publikationen und Datensammlungen zu Erträgen, Ernterückständen, Gründüngungen ausgewertet werden, die dann in die Expertensysteme mit einfließen. Anhand der Daten aus AP3 und 4 können diese überprüft und bei Notwendigkeit angepasst werden.

Das Arbeitspaket 2 hat das Ziel, Daten zu sichten, bislang nicht verfügbare Daten zu sammeln und verfügbar zu machen (z. B. in den Betrieben vorliegende Bodenuntersuchungsergebnisse, Analysen von Zukaufsdüngemitteln, Nährstoffbilanzen nach DüV) und Daten aus laufenden Experimenten (AP 3 – AP 6) ebenfalls zu dokumentieren und nutzbar zu machen.

Es sollen folgende Hypothesen überprüft werden:

  • Die Ermittlung von tatsächlichen Erträgen, Ernterückstandsmengen und Inhaltsstoffen der ökologisch produzierten Gemüse ermöglicht den N-, P- und K-Bedarf der Kulturen präziser abzuleiten.
  • Ökologisch wirtschaftende Betriebe können Nährstoffungleichgewichte mit Über- (z. B. Phosphor, Schwefel) und Unterbilanzen (z. B. Kalium) für bestimmte Elemente aufweisen.
  • Aus den Ergebnissen lässt sich ableiten, dass auch ökologisch wirtschaftende Betriebe einen Nährstoffvergleich nach DüV durchführen sollten.

Dafür werden folgende wesentliche Punkte in enger Zusammenarbeit mit allen Projektpartnern und durch eine Verbindung mit dem Praxis-Forschungs-Netzwerkes „NutriNet“ bearbeitet:

1) Erträge und Ernterückstände: Berechnungsgrundlagen für Bilanzen, Verbesserung / Verifizierung der Datengrundlage in den Kalkulationsprogrammen N-Expert und NDICEA.

2) Nährstoffgehalte von Öko-Produkten und von Ernterückständen: Verbesserung der Kenntnisse zu Inhaltsstoffgehalten in der Öko-Gemüseproduktion. Abschätzung der Bedeutung abweichender Werte für die Stoffbilanzierung.

3) Stoffbilanzen im gärtnerischen ökologischen Gemüsebau – Kulturen, Kulturfolgen auf Betriebsebene: Kenntnis über den Stand von Nährstoffbilanzen von gemüsebaulich genutzten Flächen. Beurteilung von möglichen Ungleichgewichten – Über- und Unterversorgung – mit Phosphor und anderen Makronährstoffen in Öko-Gemüsebetrieben. Ableitung von möglichen Konsequenzen für das betriebliche Nährstoffmanagement.

4) Status der Nährstoffversorgung in den Böden von intensiv gemüsebaulich genutzten Flächen: Vertiefte Kenntnis über den Nährstoffstatus der Böden in ökologisch wirtschaftenden Betrieben, Diskussion der Ergebnisse der Bodendaten und Ableitung von Empfehlungen für das Nährstoffmanagement.

5) Nitrat-N-Gehalte im Boden: Abschätzung des Niveaus und der Nutzung von Nitratwerten im Boden für die Düngung, Abschätzung der Bewirtschaftung auf das Nitratauswaschungspotenzial, und zur Verwendung bei der Kalibrierung bzw. Validierung der verwendeten Modelle zur Berechnung der N-Mineralisierung (NDICEA, N-Expert).

6) Wissensstand zur Komplexität des Düngungsmanagements: Wissenstransfer, Implementierung und Nutzung von EDV-gestützten Nährstoffmanagement-Tools.

Teilnahme von Betrieben

Zurzeit werden weitere Betriebe gesucht, die bereit sind Informationen über ihr derzeitiges Düngemanagement zur Verfügung zu stellen, Stoffströme und Bilanzen zu berechnen und mit uns die Ergebnisse zu diskutieren und bewerten.

Kontakt

Bayern:
Dr. Hans-Jürgen Reents, Technische Universität München (Weihenstephan-Freising), Tel.: 08161/71-3778, Mail: reents@wzw.tum.de

Baden-Württemberg:
Dr. Kurt Möller, Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg (Rheinstetten-Forchheim), Tel.:0721/9518-200, Mail: Kurt.Moeller@ltz.bwl.de
Dr. Karin Rather, Staatliche Lehr und Versuchsanstalt für Gartenbau Heidelberg, Tel.: 06221/748423, Mail: Karin.Rather@lvg.bwl.de
Jannick Nußbaum, Staatliche Lehr und Versuchsanstalt für Gartenbau Heidelberg, Tel.: 06221/748479, Mail: Jannick.Nussbaum@lvg.bwl.de
Sophie Stein, Universität Hohenheim, Tel.: 0711/459-23547, Mail: sophie.stein@uni-hohenheim.de

Nordrhein-Westfalen:
Rachel Fischer, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (Köln-Auweiler), Tel.: 02506/309638, Mail: Rachel.Fischer@lwk.nrw.de

Rheinland-Pfalz:
Dr. Karin Postweiler, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz (Neustadt an der Weinstraße), 06235/9263-72, Mail: karin.Postweiler@dlr.rlp.de 
Nikola Lenz, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz (Neustadt an der Weinstraße), Tel.: 06235/9263-96, Mail: nikola.lenz@dlr.rlp.de

Mecklenburg-Vorpommern: 
Dr. Kai-Uwe Katroschan, Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (Gülzow-Prüzen), Tel.: 03843/789220, Mail: k.katroschan@lfa.mvnet.de

Brandenburg:
Dr. André Sradnick, Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren, Tel.: 033701/78362, Mail: Sradnick@igzev.de
Sarah Tietjen, Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren, Tel.: 033701/78315, Mail: tietjen@igzev.de

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